Die Bedeutung von Aerosolpartikeln beim SARS-CoV-2 Infektionsgeschehen


Im Zusammenhang mit der aktuellen gesundheitlichen Situation rund um das SARS-CoV-2 wird die Übertragung des Virus durch Aerosolpartikel sowie dessen Einfluss auf die Schutzmassnahmen vermehrt diskutiert.

Dieser Beitrag nimmt den aktuellen Diskurs auf und möchte gestützt auf das Positionspapier der Gesellschaft für Aerosolforschung einen Überblick verschaffen.

Was sind Aerosolpartikel?

«Als Aerosol bezeichnet man ein Gemisch aus Luft mit darin verteilten festen oder flüssigen Partikeln. Ein Aerosol ist dabei immer dynamisch, da Partikel neugebildet, in oder mit der Luft transportiert und aus der Luft entfernt werden oder sich im luftgetragenen Zustand verändern»[1]. Ein Aerosolpartikel ist dementsprechend ein einziges Partikel in diesem Gemisch, dessen Grösse sich zwischen 0,001 und einigen 100 Mikrometern bewegt und das frei durch die Luft transportiert wird.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Aerosolpartikeln und dem SARS-CoV-2?

Aerosolpartikel werden vom Menschen durch die Atmung ausgestossen. Hat sich eine Person mit einem Virus, wie z.B. dem SARS-CoV-2 infiziert, so können Viren in Aerosolpartikeln enthalten sein und gemeinsam mit diesen in die Umgebungsluft ausgeatmet werden. Dadurch ist es möglich, dass die infizierten Partikel von anderen Menschen wieder eingeatmet und infiziert werden. Die grösste Gefahr liegt gemäss Gesellschaft für Aerosolforschung in geschlossenen Innenräumen, da sich hier Aerosolpartikel anreichern und nicht frei zirkulieren können.

Welche Massnahmen schützen vor einer Übertragung von Viren durch Aerosolpartikel in Innenräumen?

Nach aktueller Forschung gibt es noch keine Massnahme, die das Infektionsrisiko durch alleinige Anwendung behebt. Es gilt somit die Kombination verschiedener Massnahmen zu ergreifen. Nach aktuellen Erkenntnissen werden die untenstehend aufgelisteten Massnahmen als wichtig beurteilt:

  • Abstand halten: Je grösser der Abstand, desto stärker werden die ausgeatmeten Viren verdünnt, und das damit verbundene Infektionsrisiko sinkt. Bei längeren Begegnungen sollte der Abstand jedoch zusätzlich vergrössert werden, da die Konzentration der Viren steigt.

  • Schutzmasken: Herkömmliche Mund-Nasen-Schutzmasken halten grössere Partikel und somit auch einen Teil der Viren zurück. Bei langfristiger Benutzung sollte jedoch auf Atemschutzmasken ohne Ausatemventil zurückgegriffen werden.

  • Gesichtsvisiere: Sie sind hinsichtlich des Infektionsrisikos durch Aerosolpartikel nutzlos, da diese sich trotz Visier frei im Raum bewegen können. Als Zusatz zu Schutzmasken können sie jedoch die Tröpfcheninfektion über Schleimhäute (z.B. Augen) verhindern.

  • Lüften: Häufiges Stoss- und Querlüften ist ebenso effektiv wie durchgehend geöffnete Fenster. Dies dient der Luftzirkulation und hilft das Infektionsrisiko zu minimieren.

  • Luftreiniger: Luftreinigungsgeräte können die Partikel- und Virenkonzentration im Raum signifikant verringern, insofern diese raumspezifisch (Grösse und Dimension) installiert wurden. Dem Luftdurchsatz wird hinsichtlich der Wirkung eine grössere Bedeutung zugetragen als einem feinporigen Filter.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter anderem beim Institut für Aerosolforschung https://www.info.gaef.de/

[1]Gesellschaft für Aerosolforschung [GAeF]. (2020). Positionspapier der Gesellschaft für Aerosolforschung – Zum Verständnis der Rolle von Aerosolpartikeln beim SARS-CoV-2 Infektionsgeschehen, S. 3. Abgerufen von: https://ae00780f-bbdd-47b2-aa10-e1dc2cdeb6dd.filesusr.com/ugd/fab12b_bfb30105145649bb88fd7a9750e3eb00.pdf

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